Venöse Zugänge Port

Ein Port besteht aus zwei Teilen: einem flexiblen Kunststoffschlauch/-katheter von 2 bis 3 mm Durchmesser, der im venösen Blutgefäßsystem platziert wird, sowie einer Portkammer aus Polyurethan oder Titan, die unter der Haut im Brust- oder Armbereich eingesetzt wird. Der Name Port kommt vom lateinischen „porta“ (Tür, Pforte, Zugang).

Ports haben mehrere Vorteile. Zum einen sind sie vollständig im Körper des Patienten implantiert und somit bei Nichtbenutzung in der Regel nicht erkennbar. Zum anderen können sie sehr lange, bis zu mehreren Jahren, im Körper des Patienten verbleiben. Ports werden in der Regel für längerfristige Therapien, wie z. B. Chemotherapien oder künstliche Ernährung, implantiert. Blutentnahmen sind aus einem Port ebenso möglich. Spezielle Ports sind zusätzlich für die Hochdruckinjektion (bis 5 ml/s und bis zu einem Druck von 300 psi) von Kontrastmitteln in der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zugelassen (Hochdruckports).

Port
Port 1

Abbildung 1: Portsystem in der Schemazeichnung und in einem Röntgenbild. Das Portsystem besteht aus einem Portreservoir/Portkammer und dem Portkatheter. In diesem Fall ist das Portreservoir im Bereich des rechten Brustkorbs unter die Haut implantiert worden, und der Zugang zum Venensystem erfolgt über die innere Halsvene (Vena jugularis interna). Die Spitze des Portsystems liegt im Bereich des Übergangs der oberen Hohlvene (Vena cava superior) in den rechten Herzvorhof. Das zugehörige Röntgenbild zeigt das Portreservoir im rechten Brustkorb und einen Teil des Katheterschlauchs.

Ports werden in örtlicher Betäubung und unter Ultraschall- sowie Röntgenkontrolle gelegt. Hierzu wird die innere Hals- (Vena jugularis interna) oder Schlüsselbeinvene (Vena subclavia) mit einer Kanüle punktiert und anschließend der Katheter mit Hilfe eines Führungsdrahts (sogen. Seldinger-Technik) in das Gefäßsystem vorgeschoben. Das Katheterende wird mit der vorher applizierten Portkammer im Brustbereich verbunden und sicher arretiert. Sowohl der Portkatheter als auch die Portkammer liegen unter der Haut und sind von außen allenfalls durch eine leichte Vorwölbung der Haut zu erahnen und zu tasten. Die Portkammer kann von außen durch die Haut beliebig oft mit einer speziellen Portnadel punktiert werden.

Ports sollten regelmäßig mit 0,9%-iger Kochsalzlösung gespült werden. Eine Portnadel kann bis zu sieben Tage liegen bleiben, ein Wechsel sollte unter sterilen Bedingungen erfolgen um einer Portinfektion vorzubeugen. Bei längerer Nichtbenutzung sollte ein Port mit 1.000 IE Heparin auf 10 ml Kochsalzlösung gespült werden, um die Bildung von Blutgerinnseln zu vermeiden. Bei entsprechender Pflege können Ports mehrere Jahre belassen werden.

Durch die Kombination aus sonographisch (durch Ultraschall) gesteuerter Venenpunktion und durchleuchtungsgesteuerter (durch Röntgen) Platzierung des Port-Katheters können die möglichen Risiken auf ein sehr niedriges Niveau reduziert werden. Insgesamt ist diese Methode die sicherste zur Implantation zentralvenöser Katheter und Ports. Mögliche Risiken sind die Blutung und die Ausbildung eines Blutergusses, die Fehlpunktion der Halsschlagader oder der Schlüsselbeinarterie, eine Infektion oder Ausbildung eines Abszesses, die Thrombose der Vene oder des Katheters, das Eindringen von Luft in den Pleuraspalt (Pneumothorax) oder die Verletzung von Nachbarorganen.

Port 2

Abbildung 2: Abgebildet sind die vernähten Hautschnitte am Hals (venöse Punktionsstelle) und an der Brust (Lage der Portkapsel) direkt nach dem ambulanten Eingriff.

Port 3

Abbildung 3: Bereits nach wenigen Wochen sind die Hautschnitte am Hals und an der Brust zu unauffälligen Narben verheilt. Je nach Körperfülle des Patienten sind die Portkapsel und der Portkatheter als leichte Vorwölbung unter der Haut zu erahnen. Das Anstechen der Portkapsel mit einer Portnadel ist in der Regel nicht schmerzhaft. An der Einstichstelle kann nach Entfernen der Nadel ein kleiner Bluterguss entstehen, der sich üblicherweise nach wenigen Tagen zurückbildet.

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