PICCs sind dünne, flexible Kunststoffschläuche mit einem Durchmesser von 1 bis 2 mm. Der PICC wird nicht zentral (wie der ZVK), sondern peripher in das Venensystem eingeführt (PICC = Abkürzung für „peripherally inserted central venous catheter“). Der Eintritt der PICCs findet im Bereich der tiefen Oberarmvenen statt. Die Katheterspitze liegt im Bereich des Übergangs der oberen Hohlvene in den rechten Herzvorhof. Die Länge wird jeweils individuell an den Patienten angepasst.

PICCs haben den Vorteil, dass sie relativ leicht zu implantieren und auch leicht zu entfernen sind. Sie werden vor allem in der mittelfristigen zentralvenösen Therapie (1 bis 3 Monate) angewandt. Da die Katheter peripher eingeführt werden, spielt die Blutgerinnung eine nicht ganz so große Rolle für die Entscheidung des Arztes. PICCs können zur häuslichen Behandlung genutzt werden.

PICCs eignen sich sowohl für die Blutentnahme als auch für die Gabe von Medikamenten. Spezielle PICCs sind auch für die Hochdruckinjektion (bis 4 ml/s und bis zu einem Druck von 325 psi) von Kontrastmittel in der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zugelassen.

PICCs werden in örtlicher Betäubung und unter Ultraschall- sowie Röntgenkontrolle gelegt. Hierzu wird eine oberflächliche (Vena basilica) oder tiefe (Vena brachialis) Vene des Oberarms mit einer Kanüle punktiert und anschließend der Katheter mit Hilfe eines Führungsdrahts (sogen. Seldinger-Technik) in die Vene eingelegt. An der Austrittsstelle am Oberarm kurz oberhalb der Ellenbeuge wird der Katheter mit einer speziellen Haftplatte (z. B. Statlock©) fixiert und ein steriler Verband angelegt.

Abbildung 1: Der PICC wird über eine Vene des Oberarms eingebracht. Die Spitze liegt in der herznahen oberen Hohlvene, so dass alle intravenösen Therapien über einen PICC erfolgen können.

PICCs sollten regelmäßig mit 0,9%-iger Kochsalzlösung gespült werden. Die Haftplatte des PICC sollte wöchentlich gewechselt werden. Bei entsprechender Pflege und sofern keine Komplikationen auftreten, kann ein PICC auch länger als 3 Monate belassen werden. Bei langärmliger Kleidung ist der PICC von außen üblicherweise nicht zu sehen.

Im Gegensatz zu den anderen zentralvenösen Kathetern wird bei der PICC-Implantation eine Vene des Oberarms unter Ultraschallkontrolle punktiert und nicht eine zentrale Vene. Von daher sind bei der Implantation deutlich weniger Komplikationen zu befürchten, was die Implantation sehr sicher macht. Somit kann ein PICC auch bei kritisch kranken Patienten oder Patienten mit schlechter Gerinnung gelegt werden. Durch die Kombination aus sonographisch (Ultraschall) gesteuerter Venenpunktion und durchleuchtungsgesteuerter (Röntgen) Platzierung des PICC-Katheters können die möglichen Risiken weiter reduziert werden.

Mögliche Risiken sind die Blutung und die Ausbildung eines Blutergusses, die Fehlpunktion der Oberarmschlagader und die Punktion eines Nerven. Darüber hinaus können im weiteren Verlauf eine Infektion oder Ausbildung eines Abszesses sowie eine Thrombose der Vene oder des Katheters auftreten.

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O’Grady NP, Alexander M, Burns LA, Dellinger EP, Garland J, Heard SO, Lipsett PA, Masur H, Mermel LA, Pearson ML, Raad II, Randolph AG, Rupp ME, Saint S; Healthcare Infection Control Practices Advisory Committee. Guidelines for the prevention of intravascular catheter-related infections. Am J Infect Control. 2011 May;39(4 Suppl 1):S1-34. doi: 10.1016/j.ajic.2011.01.003.

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