Radiofrequenzablation (RFA) zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms

Die Therapie der Wahl bei Nierenzellkarzinom war lange Zeit die vollständige chirurgische Entfernung der betroffenen Niere. Der Tumor ist damit zwar sicher und vollständig entfernt, aber die betroffenen Patienten haben fortan nur noch eine Niere.

Im Laufe der Zeit wurden die medizinischen Techniken so weiterentwickelt, dass früh entdeckte Nierenzellkarzinome auch minimal-invasiv mittels RFA behandelt werden können. Bei kleineren Tumoren konnte die Radiofrequenzablation in Studien vergleichbare langfristige Überlebensraten wie die chirurgische Therapie erreichen.

Die Tumorzellen werden durch Erhitzung abgetötet.

Die minimal-invasive RFA soll eine Operation ersetzen – entweder weil der Tumor noch klein genug ist oder weil die Operationsrisiken zu hoch sind.

Die RFA ist für Patientinnen und Patienten geeignet, deren Nierentumor früh entdeckt werden konnte und kleiner als 4 cm im Durchmesser ist. Außerdem sollten keine Fernmetastasen zu finden sein. (Alternativ kommt in diesen Fällen auch die Nieren-erhaltende Resektion – partielle Nephrektomie – in Frage.)

Zudem empfehlen wir die RFA bei Patienten mit hohen Operationsrisiken oder bei Patienten, die nur noch eine Niere besitzen.

Für die Therapie nehmen wir die Patienten für ca. 3 bis 4 Tage stationär auf.

Vorher

Für die RFA ist eine genaue Indikationsstellung und sorgfältige Vorbereitung erforderlich.

Zur Vorbereitung des Eingriffs werten wir die Krankengeschichte sowie die vorhandenen Diagnoseergebnisse aus, wie Schnittbilder einer Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und, falls vorhanden, PET-CT-Untersuchung (Positronenemissions-Computertomographie). Hierzu bitten wir um Übersendung der ausführlichen Krankengeschichte mit Auflistung der bereits durchgeführten Therapien und des Krankheitsverlaufes sowie möglichst aktueller Diagnosebilder.

Anhand der eingesandten Unterlagen können wir überprüfen, ob die wichtigsten Voraussetzungen für eine RFA erfüllt werden. Falls dies der Fall ist, werden die Patienten zur weiteren Besprechung und Vorbereitung in unsere Ambulanz für minimal-invasive Tumortherapie eingeladen.

Während

Bei der RFA des Nierenzellkarzinoms wird unter Ultraschall- oder computertomographischer Steuerung eine dünne Nadel (Applikator) in den Tumor eingebracht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Prinzip der Radiofrequenzablation (RFA): Durch Anlegen eines hochfrequenten Wechselstroms (400 – 500 kHz) kommt es zu einer sehr schnellen Bewegung der geladenen Teilchen nahe des in den Tumor eingebrachten Applikators. Diese Bewegung der Teilchen führt zu einer Erhitzung des umgebenden Gewebes und somit zum Tumorzelluntergang.

Über einen angelegten Wechselstrom kommt es an der Nadelspitze zu einer Bewegung der geladenen Teilchen (Ionen), so dass das Gewebe nahe der Nadelspitze bis auf 120°C erhitzt wird. Durch diese Erhitzung kommt es zum sofortigen Absterben der Tumorzellen.

Wir führen diese Intervention ohne Vollnarkose unter starken Schmerzmitteln durch.

Die gesamte Intervention dauert ca. 90 Minuten.

Nachher

Nach der Therapie bestehen keine Einschränkungen bezüglich Ihrer üblichen Gewohnheiten.

Nach 6 bis 8 Wochen und anschließend alle drei Monate empfehlen wir eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Nieren, da der Tumor ähnlich wie bei der chirurgischen Therapie sowohl an der behandelten Stelle als auch an anderer Stelle im Körper wiederkehren kann.

Die MRT können Sie ambulant in unserer Klinik oder auch auswärts anfertigen lassen. Sollte die CT/MRT-Untersuchung auswärts erfolgen, so bitten wir um eine Zusendung der Bilddaten als CD-Rom zur weiteren Beurteilung.

Die behandlungsbedingte Komplikationsrate der RFA ist sehr gering.

Thermische Komplikationen wie Verbrennungen am Darm oder anderen Nachbarorganen werden dank der computertomographischen Kontrolle während des Eingriffs vermieden. Das gleiche gilt für mechanische Verletzungen.

Bei größeren Tumorvolumina kann es durch körpereigene Reaktionen auf den Tumorzerfall vier bis sechs Stunden nach dem Eingriff zu Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit kommen. Die Symptome halten nur einige Stunden an und können medikamentös behandelt werden.

Letztlich können Komplikationen in der Haut durch die Einführung des Katheters hervorgerufen werden.

Abbildung 2: Das Beispiel zeigt die Behandlung eines Nierenzellkarzinoms in der rechten Niere mittels RFA.

Die vor der Behandlung erfolgte kontrastmittelverstärkte MRT zeigt ein kontrastmittelaufnehmendes Nierenzellkarzinom (Pfeil).

Zur Behandlung wird die RFA-Sonde unter CT-fluoroskopischer Sicht perkutan in den Tumor vorgeschoben. Sobald die Sonde korrekt platziert ist, erfolgt die Ablation des Tumors.

Die kontrastmittelverstärkte MRT 7 Jahre nach RFA zeigt eine erfolgreiche Ablation des Herdes, ohne Fortschreiten im langfristigen Verlauf.

Kontakt


Minimal-invasive Tumortherapie (MITT)
Charité Campus Virchow-Klinikum (CVK)
Klinik für Radiologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2012/kid_2012_c64.pdf?__blob=publicationFile

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