Gefäßfehlbildung Sklerotherapie

Sklerotherapie

Das krankhafte Gefäßkonvolut wird mit einer lokal reizenden Substanz (z. B. Alkohol, Polidocanol, Cyanoacrylat-Kleber u. a.) verödet.

Ziel der Therapie ist eine Zerstörung der innersten Gefäßwandschicht (Endothel), so dass das krankhafte Gefäß thrombosiert (gr. sklēros „hart“) und anschließend nicht mehr durchblutet ist.

Die Sklerotherapie wird meist bei Patienten eingesetzt, bei denen der Fluss in der Malformation langsam ist (low-flow) und der venöse Abstrom im Vordergrund steht. Bei diesen Malformationen kann meistens keine zuführende Arterie identifiziert werden, so dass die Verödung durch eine direkte Injektion in die venösen Gefäßkonvolute erfolgt.

Vorher

Am Vortag der Behandlung oder auch beim Vorstellungstermin in unserer Ambulanz machen wir eine genaue Ultraschalluntersuchung der Region um die Durchblutungsverhältnisse zu evaluieren und die genaue Behandlungsstrategie festzulegen. Falls noch nicht vorab erfolgt, wird auch noch eine Magnetresonanztomografie (MRT), die den bestmöglichen Weichteilkontrast bietet, angefertigt.

Während

Bei der Sklerotherapie wird die vaskuläre Malformation direkt von außen durch die Haut punktiert und die sklerosierende Substanz direkt in die Vene appliziert. Die Punktion erfolgt unter Ultraschallkontrolle, die Applikation der sklerosierenden Substanzen unter Röntgenkontrolle. Aufgrund möglicher Schmerzen und zur Vermeidung von Patientenbewegungen erfolgt dies in der Regel in Vollnarkose.

Nachher

Nach der Therapie sollte die behandelte Malformation mittels eines Druckverbandes komprimiert werden.

Meist treten vorübergehende Schmerzen durch die Minderdurchblutung und Thrombosierung des embolisierten Gefäßbaums auf, bei oberflächlichen Malformationen z. B. durch Rötung und Schwellung.

Mögliche schwere Komplikationen könnten allergische Reaktionen sein, eine Infektion des minderdurchblutenden Areals oder in sehr seltenen Fällen Nekrosen der über der Malformation befindlichen Haut. Auch eine Fehlembolisation in nicht-Zielgefäße ist möglich.

Embolisation

Die Embolisation wirkt durch Verschluss der zuführenden arteriellen Gefäße. Damit wird die arterielle Durchblutung der Gefäßmalformation reduziert oder unterbunden. Die transarterielle Embolisation wird vor allem bei Gefäßmalformationen mit hohem Blutfluß (high-flow) eingesetzt.

Der arterielle Zustrom zur Malformation wird mit einem Embolisat reduziert oder gestoppt.

Die transarterielle Embolisation kommt vor allem bei Malformationen zur Anwendung, die hauptsächlich über eine oder mehrere Arterien gespeist werden und deren Blutfluss hoch ist (den High-flow-Malformationen) (Abbildung 2).

Vorher

Am Vortag der Behandlung oder auch beim Vorstellungstermin in unserer Ambulanz machen wir eine genaue Ultraschalluntersuchung der Region, um die Durchblutungsverhältnisse zu evaluieren und die genaue Behandlungsstrategie festzulegen. Falls noch nicht vorab erfolgt, wird auch noch eine Magnetresonanztomografie (MRT), die den bestmöglichen Weichteilkontrast bietet, angefertigt.

Während

Wir führen die Therapien aufgrund der möglichen Schmerzen in der Regel in Vollnarkose durch. Das Embolisat wird über einen kleinen Katheter, den wir in der Regel von einer Leistenarterie aus einführen, zur Gefäßfehlbildung gebracht.

Als Embolisate kommen kleine Metallspiralen (Coils oder Plugs), die eine Thrombose induzieren, hochprozentiger Alkohol, kleine Plastikpartikel, Gewebekleber (Cyanoacrylat-Kleber) oder Flüssigembolisate (Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer) zum Einsatz (Abbildung 4).

Nachher

Bei komplexen Malformationen ist auch eine Kombination der Sklerotherapie und der transarteriellen Embolisation sinnvoll (Abbildung 5). Meist sind mehrere Therapiesitzungen notwendig, um die Malformation komplett zu therapieren. Im Anschluss an eine erfolgreiche Embolisation und Sklerosierung kann bei störenden Verdrängungseffekten durch den Tumor auch über eine chirurgische Resektion nachgedacht werden.

Meist treten vorübergehende Schmerzen durch die Minderdurchblutung und Thrombosierung des embolisierten oder sklerosierten Abschnittes auf, meist auch eine Rötung und Schwellung.

Mögliche schwerere Komplikationen könnten allergische Reaktionen sein, eine Infektion des minderdurchblutenden Areals oder in sehr seltenen Fälle Nekrosen der über der Malformation befindlichen Haut.

Laser-Koagulation

Bei oberflächlichen, Haut-nahen Gefäßmalformationen kann eine alleinige oder additive transkutane Laser-Behandlung sinnvoll sein. Für weitere Informationen verweisen wir Sie an die > Webpräsenz des Laserzentrums der Elisabeth-Klinik Berlin.

 

Chirurgische Resektion

Die Behandlung von Gefäßmalformationen erfolgt interdisziplinär unter Einbeziehung mehrerer medizinischer Disziplinen. Insbesondere nach erfolgreicher Embolisation bzw. Sklerosierung kann eine chirurgische Resektion, sofern anatomisch möglich, des verbliebenen und nunmehr weniger durchbluteten Tumoranteils sinnvoll sein.

 

Manuelle Kompression

Die manuelle Kompression nach der Embolisation bzw. Sklerotherapie, z. B. mittels eines Druckverbandes, sollte wenn möglich erfolgen, um die erweiterten Gefäßkonvolute nach der Therapie zu komprimieren und somit den Therapieerfolg zu verbessern.

 


> Weitere Informationen: Was sind AVM?

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Minimal-invasive Tumortherapie (MITT)
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